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Inhaltsverzeichnis
- Wenn ein vertrautes Logo aus der Casino-Kasse verschwindet
- Von der Tübinger Sofort GmbH zur schwedischen Klarna-App
- Was sich für deutsche Spieler im Casino konkret ändert
- Die neue Anmeldung über Klarna im Casino-Checkout
- Was passiert mit eingespeicherten Bankverbindungen aus der Sofort-Zeit
- Wie deutsche Casinos den Wechsel umgesetzt haben
- Welche Zahlungswege nach dem Sofort-Aus übrig bleiben
- Wohin sich Instant-Payments im Casino in den nächsten Jahren bewegen
- Häufige Fragen rund um Klarna im deutschen Casino
Wenn ein vertrautes Logo aus der Casino-Kasse verschwindet
Im April 2025 schrieb mir ein Bekannter, der seit Jahren bei demselben in Schleswig-Holstein lizenzierten Anbieter spielte: das Sofort-Logo in der Einzahlungsmaske sei weg, stattdessen stehe da nur noch ein rosa-schwarzer Klarna-Knopf. Er war überzeugt, das Casino habe die Methode entfernt – und überlegte ernsthaft, das Spielerkonto zu schließen. In den darauffolgenden Wochen kamen ähnliche Nachrichten aus meinem Umfeld so häufig, dass ich begann, das Phänomen systematisch zu dokumentieren.
Was viele für eine willkürliche Entscheidung einzelner Casinos hielten, war in Wahrheit das Ende einer zwanzigjährigen deutschen Fintech-Geschichte. Im März 2025 wurde Sofortüberweisung als eigenständige Marke abgewickelt und vollständig in Klarna integriert. Aus der Sicht des Casino-Checkouts ist das vor allem ein optisches Ereignis: derselbe Bezahlfluss, ein anderes Logo, ein zusätzlicher Anmeldeschritt. Aus regulatorischer Sicht ist es deutlich mehr. Die zentrale technische Schnittstelle für Direkt-Banking-Zahlungen in Deutschland wechselt damit endgültig den Eigentümer, das Geschäftsmodell und die Markenwelt.
In den folgenden Abschnitten gehe ich der Reihe nach durch, wie es so weit kam, was sich für deutsche Spieler im konkreten Bezahlvorgang ändert, was mit gespeicherten Bankverbindungen aus der Sofort-Zeit passiert, wie deutsche Casinos den Wechsel intern umgesetzt haben und welche Alternativen für Echtgeld-Einzahlungen nach dem Sofort-Aus überhaupt noch übrig bleiben. Ich nutze dafür Daten aus dem Tätigkeitsbericht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde, Pressemitteilungen von Klarna, das Bundesbank-Monatsbild zum Zahlungsverkehr und neun Jahre Erfahrung mit Casino-Payments-Integrationen auf Anbieterseite.
Von der Tübinger Sofort GmbH zur schwedischen Klarna-App
Als ich 2017 zum ersten Mal an einer Casino-Payment-Integration arbeitete, war Sofortüberweisung der Goldstandard für deutsche Spieler. Schnell, ohne Zwischenkonto, mit der vertrauten PIN/TAN-Maske der eigenen Hausbank – die Methode passte zu einer Bevölkerung, in der 97 Prozent der Haushalte ein Girokonto besitzen. Damals nannten Marketingleute Sofort die deutsche Antwort auf PayPal, ohne den US-Charakter und ohne die offenen Fragen rund um Datenschutz.
Die Marke kam aus Tübingen. 2005 als Teil der Payment Network AG gegründet, hatte Sofort GmbH bereits Mitte der 2010er Jahre den deutschsprachigen Markt für Direkt-Banking-Zahlungen dominiert – mit Erweiterungen nach Österreich, in die Schweiz und in mehrere weitere EU-Länder. Der Mechanismus war elegant: der Nutzer übergab seine Banking-Zugangsdaten an Sofort, das System loggte sich im Auftrag ein, prüfte den Kontostand und löste die Überweisung mit einer einzigen TAN aus. Aus Sicht des Händlers – und damit auch aus Sicht eines Casinos – war das Geld de facto sofort gesichert, lange bevor die eigentliche SEPA-Überweisung beim Empfänger ankam.
2014 kam die schwedische Klarna Bank AB. Sie kaufte Sofort GmbH und integrierte den Dienst zunächst still in ihre eigene Produktlinie. Über knapp ein Jahrzehnt liefen Sofort und Klarna als getrennte Marken nebeneinander, technisch jedoch zunehmend auf derselben Infrastruktur. In Deutschland nahmen die meisten Spieler diesen Übergang gar nicht wahr – Sofort blieb sichtbar als lila Knopf im Checkout und behielt ein eigenes Branding bis weit in die 2020er-Jahre hinein.
Der eigentliche Schnitt kam in zwei Wellen. 2024 begann Klarna, das Sofort-Branding aktiv zurückzubauen und Bestandsnutzer in das eigene App-Ökosystem zu überführen. Bei der vollständigen Integration im März 2025 hatten dann bereits 95 Prozent der ehemaligen Sofortüberweisung-Nutzer ein Klarna-Konto – die Marke war für die meisten Spieler längst keine eigene Welt mehr, sondern ein Login-Schritt unter dem Klarna-Dach. Was im Casino-Checkout als plötzlicher Wechsel wirkte, war hinter den Kulissen ein Projekt mit fast elf Jahren Vorlauf.
Bemerkenswert ist, wie sich der Bezahlfluss dabei kaum verändert hat. Die TAN-Bestätigung, die direkte Buchung vom Girokonto, die fehlende Möglichkeit einer Rückbuchung – das alles existiert weiter. Was sich verschoben hat, ist die Markenoberfläche und der rechtliche Rahmen: eine schwedische Vollbank ersetzt nun einen deutschen Zahlungsdienstleister als Vertragspartner für jede Casino-Einzahlung über diesen Kanal.
Was sich für deutsche Spieler im Casino konkret ändert
Ein Spieler in Hamburg fragte mich Anfang 2026, ob er sich bei seinem Casino neu legitimieren müsse, weil das Sofort-Symbol weg sei. Er hatte das Logo so eng mit seinem Account verknüpft, dass er dessen Verschwinden als Signal interpretierte, das Casino misstraue ihm oder verlange erneute Identifikation. Tatsächlich hatte das Casino nichts unternommen – nur die Marke an seiner Kasse hatte sich geändert.
Aus Spielersicht reduziert sich der Wechsel auf vier sichtbare Punkte. Erstens das Logo: wo bis Anfang 2025 das markante Sofort-Zeichen stand, steht heute das rosa-schwarze Klarna-Logo. In manchen Casinos taucht der Hinweis „Sofortüberweisung jetzt Klarna“ als Übergangsbeschriftung auf, anderswo wurde der alte Markenname ersatzlos entfernt. Zweitens der erste Klick: er führt heute auf eine Klarna-Anmeldeseite, nicht direkt auf die TAN-Maske der Hausbank. Wer noch kein Klarna-Konto hat, durchläuft zuerst eine kurze Registrierung. Drittens die App: Klarna setzt stärker als Sofort auf die eigene Banking-App zur Bestätigung; viele Banken senden ihre Push-TAN über die Klarna-App selbst, nicht mehr direkt aus dem Banking-Portal. Viertens der Vertragspartner: auf der Quittung und in den AGB des Bezahlvorgangs steht jetzt Klarna Bank AB, eine schwedische Vollbank – nicht mehr Sofort GmbH aus Deutschland.
„Im März 2025 wurde Sofort als eigenständige Bezahlmethode eingestellt und in Klarna konsolidiert“, so brachte es ein Banking-Beobachter auf einem Casino-Vergleichsportal nach Abschluss der Integration auf den Punkt. Klingt unspektakulär, hat aber Konsequenzen für jeden, der per Direkt-Banking ins Casino einzahlt. Beschwerden, Rückforderungen, Reklamationen – all das läuft heute nicht mehr über deutsche Sofort-Stützen, sondern über den Klarna-Konzern, dessen europäische Lizenz in Schweden liegt und der unter schwedischer Finanzaufsicht durch die Finansinspektionen steht. Wer früher bei Streitfällen die deutsche Sofort-Hotline kannte, muss sich heute auf die mehrsprachige Klarna-Servicekette einstellen.
Was sich nicht ändert, ist häufig interessanter als das, was sich ändert. Die TAN-Prozedur der eigenen Bank läuft weiter durch – Klarna ist nur ein zwischengeschalteter Vermittler, der die Logindaten nie selbst speichert. Die Schnelligkeit der Buchung bleibt identisch: das Casino sieht das Geld in derselben Sekunde wie zuvor. Die Tatsache, dass Auszahlungen über diesen Kanal nicht möglich sind, gilt weiter. Und auch der unangenehme Nebeneffekt, dass manche Sparkassen Direkt-Banking-Zahlungen an Casino-Empfänger erkennen und ihre Kunden anschreiben, hat sich durch den Markenwechsel kein bisschen abgeschwächt.
Eine ehrliche Bilanz: das, was Spieler an Sofort schätzten, ist alles übergegangen. Das, was sie nervte, auch. Wer also vor dem März 2025 zufrieden mit dem Verfahren war, hat heute denselben funktionalen Komfort – nur unter einem neuen Markendach.
Die neue Anmeldung über Klarna im Casino-Checkout
Wer 2026 zum ersten Mal nach langer Pause wieder per Klarna im Casino einzahlt, erlebt einen kleinen Schock am Bildschirm. Statt direkt zur eigenen Bank zu springen, fordert das System eine Klarna-Anmeldung mit Handynummer, Geburtsdatum und manchmal Personalausweis. Wer das von Sofort nicht gewohnt war, hält das gelegentlich für einen Phishing-Versuch und bricht ab. Verständlich, aber falsch.
Hinter der neuen Maske steht die Tatsache, dass Klarna nicht nur ein Bezahldienst ist, sondern eine vollregulierte Bank mit Sitz in Stockholm. Sie fällt unter die Anti-Geldwäsche-Vorschriften der EU und ist verpflichtet, ihre Kunden zu identifizieren – auch dann, wenn der Casino-Bezahlvorgang selbst keine eigene KYC-Prüfung mehr erfordert. Bei der vollständigen Markenintegration hatten 95 Prozent der ehemaligen Sofort-Nutzer in Deutschland bereits ein Klarna-Konto, oft aus Online-Shops, in denen sie früher per Rechnung oder Ratenzahlung gekauft hatten. Diese Mehrheit musste sich nicht neu anmelden. Die fehlenden fünf Prozent bilden seit dem ersten Quartal 2025 die häufigste Hürde im Casino-Onboarding.
Der Anmeldevorgang selbst dauert in der Praxis zwei bis vier Minuten. Klarna verlangt eine deutsche Mobilfunknummer, eine E-Mail-Adresse und entweder eine Ident-App-Verifikation oder eine kurze Video-Identifikation. Wer das einmal durchlaufen hat, sieht im Casino-Checkout fortan nur noch einen einzigen Bestätigungs-Tap in der Klarna-App. Das Casino erfährt nicht, ob es sich um eine Neuanmeldung oder einen Bestandskunden handelt – beide Wege enden in derselben TAN-Bestätigung gegenüber der Hausbank.
Eine Eigenart, die in Foren immer wieder Verwirrung stiftet: Klarna unterscheidet bei der Anmeldung nicht zwischen privaten Kunden, Shopping-Kunden und Casino-Kunden. Der Account ist universell. Das hat zwei Effekte. Wer schon Klarna für Rechnungskäufe nutzt, kann denselben Login im Casino-Checkout verwenden, ohne sich neu anzumelden. Gleichzeitig sieht Klarna in der Account-Historie sehr wohl, dass dieselbe Person sowohl Einkäufe als auch Glücksspiel-Transaktionen abwickelt – eine Information, die für Bonitätsentscheidungen bei späteren Rechnungskauf-Anfragen relevant werden kann. Dieses Detail wird selten offen kommuniziert, gehört aber zum vollständigen Bild des neuen Klarna-Casino-Flows.
Was passiert mit eingespeicherten Bankverbindungen aus der Sofort-Zeit
In den ersten Wochen nach der Konsolidierung erreichten mich Fragen, die alle dieselbe Sorge transportierten: „Sind meine Bankzugangsdaten jetzt bei Klarna gespeichert?“ Die ehrliche Antwort lautet: nein, weil sie auch früher nicht gespeichert wurden. Aber das Missverständnis ist verständlich.
Sofortüberweisung hatte nie ein eigenes Repository von Banking-Zugangsdaten. Jede Zahlung lief als Einmal-Authentifizierung – PIN und TAN wurden im Browser-Overlay eingegeben, an die Bank weitergereicht und nach Vollzug der Überweisung sofort verworfen. Klarna übernimmt dieses Modell unverändert. Der Bezahlvorgang im Casino-Checkout funktioniert technisch identisch – was sich ändert, ist nur die Marke des Vermittlers, nicht der Speichermechanismus.
Auch Bankverbindungs-Profile, die in den Klarna-Account integriert sind, speichern keine Logindaten. Sie speichern lediglich, welche Bank der Nutzer beim letzten Mal ausgewählt hat – eine Komfortfunktion, die den nächsten Bezahlvorgang um drei oder vier Sekunden verkürzt. PIN und TAN müssen weiterhin bei jeder einzelnen Transaktion neu eingegeben werden, weil das nicht eine Klarna-Vorgabe ist, sondern eine zwingende PSD2-Anforderung der EU-Bankenaufsicht. Konkret greift hier die starke Kundenauthentifizierung, kurz SCA, die seit September 2019 für jede elektronische Banküberweisung in der EU vorgeschrieben ist.
Was Spieler in der Praxis manchmal überrascht: alte Sofort-Konten existieren teilweise noch als eingefrorene Datensätze in Klarna-Backend-Systemen. Wer sich vor 2014 bei Sofort registriert hatte und nie ein eigenes Klarna-Konto eröffnete, findet seine E-Mail-Adresse oft in beiden Datenbanken – mit der Folge, dass die erste neue Anmeldung an der Klarna-Maske durch eine Passwort-Wiederherstellung ersetzt wird. Ein Detail, das die Klarna-Hotline auf Nachfrage bestätigt, aber selten von sich aus erklärt.
Der Anteil von Bargeld an den täglichen Bezahlvorgängen in Deutschland ist von 74 Prozent 2017 auf 51 Prozent 2023 gefallen – der Rest verteilt sich auf Kartenzahlungen, App-Lösungen und genau jenen Direkt-Banking-Kanal, den Sofort einst dominierte. Wer in dieser Welt funktionieren will, braucht ein Girokonto und einen elektronischen Zugang dazu. Beides ist in Deutschland fast flächendeckend vorhanden. Die Konsolidierung verschiebt damit eine Marke, nicht eine Infrastruktur – und genau deshalb fühlt sich der Wechsel im Alltag weniger dramatisch an, als das Verschwinden eines so etablierten Logos vermuten lässt.
Wie deutsche Casinos den Wechsel umgesetzt haben
In meinem direkten Tätigkeitsfeld – Payment-Integration für regulierte Casino-Plattformen – verlief der Übergang zwischen September 2024 und Mai 2025 alles andere als einheitlich. Manche Anbieter hatten den Wechsel sechs Monate vor dem März-Stichtag durchgezogen, andere bemühten sich im April 2025 hektisch, ihre Sofort-API durch die Klarna-API zu ersetzen, bevor die alte Schnittstelle endgültig dichtgemacht wurde.
Auf der GGL-Whitelist standen zum Stichtag November 2025 fünf Anbieter mit Lizenz für Online-Casinospiele auf insgesamt acht Plattformen sowie fünf Anbieter für Online-Poker mit sieben Plattformen – alle mit Sitz auf Malta. Hinzu kamen rund 95 lizenzierte Betreiber für virtuelle Automatenspiele auf der GGL-Liste vom April 2026. Für jeden dieser Anbieter war die Umstellung kein Kommunikationsprojekt allein, sondern ein technisches: bestehende Datenbanken mit Sofort-Transaktions-IDs mussten archivierungsfähig gemacht, Reconciliation-Prozesse für Buchhaltungssoftware umgestellt und Reporting-Tools auf die neuen Klarna-Schnittstellen migriert werden.
Aus Spielersicht zeigte sich der Wechsel in drei typischen Mustern. Einige Casinos behielten beide Logos für eine Übergangsfrist von drei bis vier Monaten und kommunizierten klar, dass der Bezahlfluss identisch sei. Andere blendeten Sofort ohne Vorwarnung aus und ersetzten es durch ein Klarna-Symbol, was an mehreren Tagen zu erhöhter Support-Last führte – die typische Frage: „Warum kann ich nicht mehr per Sofort einzahlen?“ Eine dritte Gruppe nutzte den Moment, um den eigenen Zahlungsmix zu überarbeiten und neben Klarna auch Trustly und Giropay sichtbarer zu platzieren, bevor sich Giropay dann Mitte 2024 aus dem Markt verabschiedete.
Interessant ist, was nicht passierte. Es gab keine Welle von Casino-Schließungen, keine flächendeckenden technischen Pannen, keine massiven Auszahlungs-Verzögerungen. Die deutsche GGL-Aufsicht hatte den Markenwechsel offenbar still im Hintergrund moderiert – und die operative Vorbereitung der Anbieter funktionierte zufriedenstellend genug, um die GGL-Lizenzbedingungen ohne Auflagen weiter erfüllen zu können. Auch die Kombination aus OASIS-Anbindung, LUGAS-Limitprüfung und Identifikationsstandards blieb unangetastet, weil sie technisch auf Casino-Seite verankert ist, nicht beim Payment-Provider.
Wer heute auf einer GGL-lizenzierten Plattform einzahlen will, sieht in der Regel den Klarna-Knopf neben drei oder vier weiteren Optionen. Die Wahl ist Komfortsache, nicht Lizenzfrage. Die Lizenz hängt am Casino, nicht am Bezahlweg.
Welche Zahlungswege nach dem Sofort-Aus übrig bleiben
Wenn ein dominanter Bezahlweg aus einem regulierten Markt verschwindet, ist die spannendste Frage nicht „was kommt?“, sondern „welche bestehenden Wege wachsen still im Hintergrund?“. Im deutschen Casino-Checkout ist die Antwort weniger spektakulär, als manche Tech-Magazine andeuteten.
Klarna selbst bleibt mit Abstand das wichtigste Direkt-Banking-Verfahren – das ist der Punkt der Konsolidierung. Daneben hat Trustly, der schwedische Konkurrent mit identischem Pay-by-Bank-Konzept, in deutschen Casinos seit 2024 sichtbar Marktanteil aufgebaut, allerdings vom niedrigen Niveau aus. PayPal bleibt bei jenen Anbietern verfügbar, deren Lizenzbedingungen und Vereinbarungen mit PayPal das zulassen – was nicht in allen Fällen so ist, weil PayPal seine eigenen Glücksspiel-Akzeptanzrichtlinien pflegt. Giropay, der direkte Konkurrent von Sofort aus dem deutschen Bankensektor, wurde Mitte 2024 von den Sparkassen abgewickelt – und fiel damit als ernsthafte Alternative weg.
Aus den EHI-Daten zur deutschen E-Commerce-Landschaft 2024 lässt sich die Größenordnung gut einordnen. Über 153 befragte Ritailer mit gemeinsam 45,1 Milliarden Euro Netto-Umsatz dominiert PayPal mit 28,5 Prozent des Online-Payment-Volumens, gefolgt vom Rechnungskauf mit 25,8 Prozent, der Lastschrift mit 17,3 Prozent und Kredit- oder Debitkarten mit 12,3 Prozent. Direkt-Banking-Verfahren wie Sofort hatten historisch nur etwa 1,8 Prozent – sehr klein im E-Commerce insgesamt, aber dominant in der Nische der Casino-Einzahlungen, weil dort die meisten anderen Methoden entweder ausgeschlossen oder unerwünscht sind.
Was bedeutet das praktisch? In einer typischen Einzahlungsmaske eines GGL-lizenzierten Casinos finden sich 2026 üblicherweise: Klarna als Nachfolger von Sofort, Trustly, Visa und Mastercard, in manchen Fällen PayPal und gelegentlich Paysafecard für Kleinbeträge. Krypto-Optionen sind in lizenzierten deutschen Casinos durchgehend nicht verfügbar – das ist eine bewusste Designentscheidung der Aufsicht, weil Identifikation und Limit-Tracking über LUGAS und OASIS auf nachverfolgbare Banking-Identitäten angewiesen sind.
Die Konsolidierung von Sofort in Klarna hat keinen neuen Bezahlweg geschaffen. Sie hat den bestehenden umetikettiert. Die Vielfalt der Optionen ist auf demselben Stand wie 2024 – nur die Namen auf den Knöpfen haben gewechselt.
Wohin sich Instant-Payments im Casino in den nächsten Jahren bewegen
Die spannendste Veränderung im deutschen Casino-Payment-Markt findet 2026 nicht beim Wechsel von Sofort zu Klarna statt. Sie passiert in einer EU-Verordnung, die zwischen Anfang und Ende 2025 schrittweise in Kraft trat – und über die in den Casino-Foren bisher kaum gesprochen wird.
Die EU-Verordnung 2024/886 schreibt allen europäischen Banken zwei Pflichten vor. Seit dem 9. Januar 2025 müssen sie eingehende Echtzeitüberweisungen annehmen, seit dem 9. Oktober 2025 müssen sie auch selbst Echtzeitüberweisungen versenden können – zum gleichen Preis wie eine reguläre SEPA-Überweisung. Was bedeutet das? Eine Banktransaktion zwischen zwei deutschen Konten dauert ab Oktober 2025 maximal zehn Sekunden, an sieben Tagen die Woche, 24 Stunden am Tag.
Für Casino-Einzahlungen ist das wenig revolutionär – die wirkten schon vor der Echtzeitüberweisung scheinbar instant, weil Klarna und Sofort dem Casino eine Zahlungsgarantie gaben, lange bevor das Geld tatsächlich angekommen war. Aber bei Auszahlungen sieht es anders aus. Hier muss ein Casino seit Jahren mit klassischen SEPA-Überweisungen arbeiten, die je nach Bank zwischen einem und drei Werktagen benötigen. Wer einen Gewinn in der Größenordnung von tausend Euro auszahlen lassen will, wartet 2026 noch immer auf den Bank-Werktag – das ist langsamer als die meisten E-Wallets.
Was sich konkret entwickeln dürfte, lässt sich auf dem Stand des aktuellen Jahres bereits in den Roadmap-Papieren der größeren Casino-Plattformen lesen: schrittweise Aktivierung von SEPA-Instant-Auszahlungen, sobald die Banken-API-Anbindungen stabil sind. Die ersten Anbieter, die Auszahlungen in unter zehn Minuten anbieten, werden 2026 oder 2027 sichtbar werden. Die Details dazu – Banken-Kooperation, Limits, Sicherheitsmechanismen – habe ich an anderer Stelle ausführlich auseinandergenommen; wer das vertiefen möchte, findet eine eigene Analyse zu SEPA Instant im Casino und der EU-Verordnung 2024/886.
Die Konsolidierung von Sofort zu Klarna war damit nicht das Ende einer Ära, sondern ein Vorspiel. Der eigentliche Umbruch im Casino-Payment-Markt steht für die Auszahlungsseite noch bevor – und wird Spieler dort einen sichtbaren Unterschied erleben lassen, wo es bisher am meisten gehakt hat.
Häufige Fragen rund um Klarna im deutschen Casino
Warum gibt es Sofortüberweisung als eigenständige Marke nicht mehr?
Klarna übernahm die Sofort GmbH bereits 2014 und betrieb beide Marken über zehn Jahre parallel auf derselben Infrastruktur. Im März 2025 wurde die Sofort-Marke endgültig abgewickelt und vollständig in Klarna integriert, weil sich die Mehrheit der ehemaligen Sofort-Nutzer ohnehin schon im Klarna-Ökosystem bewegte. Der Bezahlfluss selbst – TAN-Bestätigung, Direkt-Banking, sofortige Buchung – läuft technisch unverändert weiter.
Muss ich mein altes Sofort-Konto kündigen?
Ein eigenständiges Sofort-Konto im Sinne eines Kunden-Logins gab es bei Sofortüberweisung nie. Was Sie hatten, war eine bei Klarna geführte Identität mit Sofort-Branding. Diese wurde automatisch in Ihr Klarna-Konto überführt – Sie müssen nichts kündigen oder neu anlegen. Falls Sie auch das Klarna-Konto nicht weiter nutzen möchten, ist eine Schließung jederzeit über die Klarna-Kontoeinstellungen möglich.
Wie unterscheidet sich Klarna im Casino von Klarna im Online-Shop?
Im Online-Shop bietet Klarna mehrere Bezahlmodelle an: Sofort-Banking als früheres Sofortüberweisung, Rechnungskauf und Ratenzahlung. Im deutschen Casino ist nur die erste Variante zugelassen, intern Pay Now genannt. Rechnungs- und Ratenmodelle sind im Glücksspielkontext rechtlich ausgeschlossen, weil die GGL kreditfinanzierte Glücksspielteilnahme nicht erlaubt.